Die Wand lebt

Die Wand lebt war ein klassenübergreifender Workshop an der Carl-Bosch-Schule in Berlin – Frohnau, der vom 19. – 22.12.2016 mit 16 Schülerinnen und Schülern im Kunstraum der Schule durchgeführt durche. Die künstlerische Leitung hatten Karen Scheper und Dorothea Vogel. In dem Workshop sollten zwei Ergebnisse entstehen:

1. Gestaltung der Wand

Für die Betonwand in der Einfahrt zum Schulhof sollte eine Gestaltung entworfen werden. An einem Modell (ca. 0,3 x 3m) entwickelten wir die Gestaltung. Der Entwurf kann voraussichtlich im kommenden Frühjahr von den Teilnehmer_innen auf die Wand übertragen werden.

2. Animationsfilm über den Prozess

Im Prozess der Gestaltung bis zum fertigen Modell sollte einen Animationsfilm entstehen. Zeigen sollte der Film einerseits die Abläufe der Arbeiten an dem Modell. Aber vor allem sollte die Gestaltung selbst aus dem künstlerischen Prozess der Animation entwickelt werden.

Ziele:

Medienkompetenz: Die Teilnehmer_innen sollten ein grundlegendes Verständnis für die Planung und Realisierung eines Animationsfilms erlangen. Sie sollten die ihnen zur Verfügung stehenden Werkzeuge – Hardware und Software – hierfür kennenlernen. Einen Schwerpunkt bildeten hier die Aufnahmen mit einer kostengünstigen App sowie Zubehör für Mobiltelefone, mit denen die Schüler_innen die erlernten Techniken später selbst weiternutzen können.

Künstlerische Erfahrungen: Die Schüler_innen erarbeiteten die Elemente der Gestaltung mit grafischen Mitteln wie Acrylfarben, dicken Markern, ausgeschnittenen Zeichnungen, Schablonen und anderen Materialien. Die Akteure des filmischen Projekts waren unter anderem die Jugendlichen selbst (Pixilation), Objekte aus dem unmittelbaren Umfeld, oder eigens für die Animation oder Gestaltung hergestellte Formen und Figuren.

Die Bewegung verleiht den gestalterischen Elementen die zusätzliche Dimension des zeitlichen Ablaufs. Wir experimentierten mit sehr unterschiedlichen Möglichkeiten, Objekte und Figuren zu animieren: Timelapse-Aufnahmen (Zeitraffer), Stop Motion Techniken, Pixilation und reales Video kamen in dem Kurs zum Einsatz.

Zweite Phase: Umsetzung der Gestaltung auf der Wand

In der zweiten Phase, Anfang September 2017, setzten die Schüler/innen den Entwurf in einer Woche auf der Wand um. Der Entwurf aus der ersten Phase hatte hier eher eine orientierende Funktion. Viele neue Elemente, Farben und Formen fanden Einzug in die teils sehr spontane Gestaltung mit Sprühdosen und Fassadenfarben. Das Arbeiten im großen Maßstab an der 22 Meter langen und zwischen 1,2 und 1,8 Meter hohen Betonwand stellte gegenüber der Gestaltung am Modell noch mal eine neue Herausforderung dar. Andererseits war die Motivation, ein echtes Graffiti zu realisieren, ein großer Anreiz.

In der Aula konnten wir das Arbeitsmaterial lagern und die Vorbereitungen durchführen. Mithilfe des Beamers fertigten wir aus Kartons zum Teil sehr große Schablonen von Vorlagen an. Einige Figuren wurden mit Kreide direkt auf der Mauer vorgezeichnet und mit dem Pinsel nachgemalt.

Am Schluss ist auf der Wand eine heterogene Komposition entstanden, in der die vielfältigen Figuren durch die Farbgestaltung und die darunterliegenden Farbflächen zusammengehalten werden.